Depressionen und Suizid

By Wolfgang Keller
Originally written 2018-06-18
Last modified 2021-03-21

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Über den Zynismus im Umgang mit Selbstmord

Originally written 2018-06-18
Last modified 2018-06-18

Immer dann, wenn irgendjemand Selbstmord begeht, beginnen Leute aus dem Bekanntenkreis des Verstorbenen herumzuflennen, wie sehr sie es doch bereuen, sich so gegenüber dem in den Selbstmord getriebenen Menschen verhalten zu haben.

Ich kann dazu nur sagen: Warum, liebe Menschen, verhaltet ihr euch nicht von Anfang an gegegenüber euren Mitmenschen so, dass, wenn diese Selbstmord begehen würden, ihr an eurem Handeln erst gar nichts zu bereuen hättet?

Wie kann ich jemanden helfen, der die Lust am Leben verloren hat?

Originally written 2021-03-21
Based on a text originally written 2021-02-17
Last modified 2021-03-21

Meine offene Antwort aus einiger Erfahrung mit Menschen, die solche Probleme haben:

Der Hauptgrund, warum Menschen unter solchen Problemen leiden, sind nicht irgendwelche Krankheiten (z.B. Depressionen), die man durch irgendwelche Pillen (z.B. Antidepressiva) behandeln sollte. Vielmehr sollte man diese „Krankheiten“ als Symptome von ganz anderen Problemen, die solche Personen haben, sehen.

(Naheliegende) Beispiele solcher Probleme sind:

Wenn beispielsweise die Ursache darin liegt, dass die Person der Job derart frustriert, dass sie über Selbstmord nachdenken, dann hilf dieser Person so schnell wie möglich, einen anderen Job zu finden. Bedenke (und behalte es permanent im Hinterkopf!): Die Zeit drängt hier. Der neue Job für die Person muss gefunden sein, bevor die entsprechende Person derart (von dem Job) frustriert ist, dass sie den Selbstmord tatsächlich durchzieht.

Analoges gilt natürlich für andere Probleme: Arbeite als Rennen gegen die Zeit intensivst daran, der Person zu helfen, das Problem zu lösen, wegen dem sie Selbstmord in Erwägung zieht, damit das Problem gelöst wird, bevor die Person den Selbstmord tatsächlich durchzieht.

Was du in einer solchen Situation dagegen unter keinen Umständen tun solltest: Den Bekannten an die Psychologen-/Psychiatermafia denunzieren. Also mit solchen sogenannten „Profis“ unter keinen Umständen Kontakt aufnehmen, wenn du nicht bereit wärst, mit deinem Leben dafür zu bürgen (sorry, dass ich das so radikal formuliere), dass niemand von der Psychomafia sowohl deine Identität als auch die der Person mit dem Problem erfahren wird. Wenn du das nicht kannst (Telefon/Handy ist nicht anonym; Email u.ä. anonym zu nutzen, verlangt umfangreiche Kenntnisse; selbst wenn du es schaffen solltest, einen anonymen Kommunikationskanal zu finden, musst du aller-aller-penibelst aufpassen, keine identifizierbaren Details zu erwähnen) oder nicht über ein umfangreiches Wissen in Sachen radikaler Privacy besitzt (was wahrscheinlich auf mindestens 99% der Leser zutrifft): Nimm unter keinen Umständen Kontakt zur Psychologen-/Psychiatermafia auf!

Im Übrigen an dieser Stelle ein allgemeiner Lebensratschlag: Zu Menschen, die bereit wären, einen an besagte Mafia zu denunzieren, sollte man am besten heute statt morgen beginnen, jegliche Kontakte abzubrechen. Aber ich fürchte, dies ist ein Ratschlag, der auf großen emotionalen Widerstand vieler Leser stoßen dürfte. Ich wünsche solchen Lesern aus tiefstem Herzen, dass sie in einigen Jahren an zugewonnener Lebenserfahrung die Weisheit dieses Ratschlags doch noch erkennen werden.

Wer die harschen Worte in den vorherigen beiden Absätz zu radikal findet, der informiere sich beispielsweise über den Fall Gustl Mollath (Gustl Mollath – Wikipedia [visited 2021-03-21T16:29:45Z]). Vor allem stelle dir die Frage, wie viele Psychologen und Psychiater damals offen gegen ihre Kollegen aufgestanden sind, die diesen Mist verzapft haben.