Mindestlohn

By Wolfgang Keller
Originally written 2019-05-31
Last modified 2019-05-31

Ein gesetzlicher Mindestlohn von x €/h bedeutet, dass wir es als Gesellschaft für sinnvoller betrachten, dass ein Mensch arbeitslos ist, als dass er unter x €/h verdient. Er bedeutet auch, dass wir explizit Menschen verbieten wollen, eine Tätigkeit anzunehmen, die sie als interessant empfinden, ihnen möglicherweise für den Lebenslauf nützlich ist oder ihnen hilft, berufliche Erfahrungen zu sammeln, aber für die kein Arbeitgeber bereit ist, mindestens die x €/h zu bezahlen.

Diese Prinzipien, auf denen der Mindestlohn basiert, stehen in einem klaren Widerspruch zu meinem persönlichen Wertesystem und ich trete daher klar und deutlich für eine Abschaffung des Mindestlohns bzw. des Mindestlohngesetz (MiLoG) ein.

Um die Probleme zu lösen, zu deren vorgeblicher Lösung der Mindestlohn eingeführt wurde, schlage ich stattdessen folgende Alternative vor: Statt Menschen durch ein Mindestlohngesetz zu verbieten, Jobs anzunehmen, die weniger als die definierten x €/h einbringen (für die Annahme einer solchen Tätigkeit kann es, wie dargelegt, durchaus gute Gründe geben), sollten wir stattdessen die Sozialgesetze derart ändern, dass arbeitslose Menschen lediglich dazu verpflichtet sind, Jobs anzunehmen, in denen sie mindestens x €/h verdienen.