Familienfreundlichkeit

By Wolfgang Keller
Originally written 2019-06-11
Last modified 2019-06-11

Immer mehr (auch potentielle) Mitarbeiter erwarten von ihrem Arbeitgeber, dass der Arbeitsplatz „familienfreundlich“ ist. Nach meinem Eindruck verstehen diese Menschen darunter, dass die Arbeitszeiten so sind, dass sie gut zu den Schulzeiten passen und ein Nehmen von Urlaub von der Seite des Arbeitgebers zu Zeiten möglich ist, in denen im entsprechenden Bundesland Schulferien sind.

Wenn dieser Eindruck richtig ist, so muss ich offen urteilen, dass diese Menschen auf eine clevere Gehirnwäsche reingefallen sind: Statt anzuprangern, dass die Schulzeiten des Kindes an jedem Tag so starr vorgegeben sind und die Ferienzeiten staatlich verordnet statt flexibel den eigenen Arbeitszeiten angepasst werden können, wird die Schuld den ach so bösen Arbeitgebern gegeben und die Eltern werden aufgehetzt, letzteren gegenüber Forderungen zu erheben.

Das ist für mich allertiefste Heuchelei.

Liebe Eltern, statt gegen eine mangelnde Familienfreundlichkeit der Arbeitgeber zu klagen, stachelt lieber gegen die starren verpflichtenden Schulzeiten pro Tag auf. Fordert, dass die Schulen Schulzeiten anbieten, die hinreichend flexibel für eure Arbeitssituation sind. Genauso: Lasst euch die von oben diktatorisch verodneten Zeiten der Schulferien nicht gefallen. Fordert, dass der Staat den Bürgern (und besonders den Eltern) die Freiheit zugesteht, dass sie dann Ferien machen könnt, wenn es ihnen passt und der Staat nicht diktiert, dass die Kinder nur in den staatlich verodneten Ferienzeiten der Schule fernbleiben dürfen.