3G-/2G-Regelungen

By Wolfgang Keller
Originally written 2021-09-04
Last modified 2021-11-05

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2021-09-04

Ich denke, die von der Politik zum Kampfe gegen COVID-19 verabschiedeten 2G-/3G-Verordnungen (also Anwendung von Gewalt (Gewaltmonopol des Staates), um Einschränkungen gegen Ungeimpfte durchzusetzen) haben zentral zur Spaltung der Gesellschaft (inklusive Bildung von massiven Meinungsfronten, „die gar nicht mehr miteinander reden wollen/können“) und damit massiven Eskalation der Situation beigetragen.

Vorher war die Situation folgende: Wer sich aus irgendwelchen Gründen nicht impfen lassen will, konnte das meist tun und wurde damit im Allgemeinen in Ruhe gelassen. Leben und leben lassen.

Nun haben wir die Situation: Wer sich nicht impfen lassen will, kommt nicht umhin, massiv für seine Position zu kämpfen und sich gegen die Politik zu radikalisieren. Da behaupte einer, die Politik wolle etwas gegen die Spaltung der Gesellschaft tun.

Ergänzung 2021-10-09 (modified 2021-10-13)

Ein weiterer Punkt: Jeder, der sich für Wirtschaft interessiert, weiß, dass Märkte auf Incentives reagieren. Durch die 3G-/2G-Regelungen wird nun für Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen (aus welchem Grund auch immer), das Incentive geschaffen, an COVID-19 zu erkranken, um als genesen zu gelten (um damit wieder Zutritt zu erlangen (2G) bzw. sich nicht testen lassen zu müssen (3G)).

Was bedeutet das? Das bedeutet, dass Menschen, die

(der erste Punkt legt typischerweise nahe, dass auch der zweite und dritte zutrifft) nun einen enormen Anreiz besitzen, bezüglich einer Verbreitung von COVID-19 ein bewusst riskantes Verhalten an den Tag zu legen, um (mit leichten oder akzeptablen Synptomen) an COVID-19 zu erkranken und dann als genesen zu gelten.

Kurzum: Die 2G-/3G-Regeln legen aus ihrer Natur heraus ein rationales Verhalten nahe, welches eine Verbreitung von COVID-19 geradezu gezielt fördert.

Ergänzung 2021-11-05

Man stelle sich vor, auf den an allen möglichen Speiselokalen, Museen, Theatern, … hängenden Zetteln zu den 3G- bzw. 2G-Verordnungen würden statt Diskriminierungsmaßnahmen gegen Ungeimpfte, Ungenese und Ungetestete stattdessen Diskriminierungsmaßnahmen gegen Juden, Neger und Zigeuner verkündet werden: Welch einen Aufschrei gäbe das von Institutionen von gesellschaftlicher Bedeutung wie Kirchen, Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbänden, …, deren Vertreter dann in zahlreichen Sonntagsreden ein Eintreten für Solidarität und Zivilcourage gegen eine Diskriminierung von Bevölkerungsgruppen einfordern würden.

Dass eines unmissverständlich klar ist: Ich positioniere mich klar und deutlich gegen gezielte (in diesem Falle sogar staatlich verordnete) Diskriminierungsmaßnahmen zu Lasten von Bevölkerungsgruppen und finde es zutiefst erschreckend, wie viel Rückhalt solche in der Bevölkerung besitzen.