Fachkräftemangel

By Wolfgang Keller
Originally written 2019-04-30
Last modified 2019-04-30

Eine gerne geäußerte Meinung zum Thema „Fachkräftemangel“ ist, dass die Behauptung, es gebe zu wenig Fachkräfte in gewissen Bereichen, von Arbeitgeberverbänden in den Medien verbreitet wird, in der Hoffnung, dass dadurch mehr Menschen eine Ausbilung/ein Studium in dem Bereich anfangen, auf dass Arbeitgeber mehr Auswahl bei Bewerbern haben, was nach dem Marktgesetz von Angebot und Nachfrage zu sinkenden Gehältern führt. Also mit anderen Worten kurz zusammengefasst: Man propagiert einen Fachkräftemangel, um auf lange Sicht die Gehälter zu drücken.

Folgende Gegenhypothese: Könnte es nicht sein, dass entsprechende Absolventen aufgrund der Tatsache, dass sie sich in einem Mangelfach wähnen, deutlich selbstbewusster in Gehaltsverhandlungen auftreten und dadurch die Gehälter in den entsprechenden Bereichen steigen? Sollte also an diesem „Arbeitgeber-wollen-Gehälter-drücken“-Postulat etwas dran sein, so ist es nicht unplausibel, dass dieser Effekt somit möglicherweise ins Gegenteil umschlagen könnte.